Die Schlacht um Wien

4 10 2010

Alle warten auf den sonntätigen Showdown. Die Parteifunktionäre, Stammtischbrüder, ErstwählerInnen und älteren Menschen. Auch große Teile der Bevölkerung aus den Bundesländern blickt in die Bundeshauptstadt. Einen Zweikampf erwartet die (Boulevard-)Presse eine „Schlacht um Wien“ wollen sie erkennen, obwohl nicht im Ansatz ein Rennen zweier Gegner auf Augenhöhe zu erwarten ist. Ein HC-Man der Michael Häupl genau soviel Sorgen bereitet wie einem Usain Bolt ein österreichischer Sprinter. Eine Christine Marek, deren Siegenchancen niedriger sind als die einer afrikanischen Skifahrerin bei olympischen Spielen. Eine Fr.Vasilakou, deren gefährlichste Konkurrenz aus der eigenen Partei stammt. Oder ein Hr. Sonnleitner, eigentlich ÖVP-Veteran, der aufgrund der schwarzen Nichtberücksichtung das Erbe Jörg Haiders hoch hält. Von einer „Schlacht um Wien“ hab ich nichts bemerkt. Daher freue ich mich auf einen Sonntagsspaziergang, das Rennen ist eh a „g’mahde Wies’n“ !





Das Comeback des Jahres !

2 12 2009

Ich blogge – also bin ich !  Habe mich entschlossen weiterzumachen. Neue Beiträge folgen in Bälde !





Er war ein Kind aus Favoriten…

30 03 2009

Dieser Eintrag ist Matthias Sindelar, dem wohl begnadetsten Fussballer Österreichs gewidmet. Sindelar war Mittelstürmer und Kapitän des legendären Wunderteams. Im Jahr 2009 jährte sich sein Todestag zum 70.Mal.

Sindelar wuchs im Arbeiterbezirk Favoriten auf und war bei den Vereinen ASV Hertha und Austria Wien tätig. Schon in der Jugend zog er sich eine Verletzung am Knie zu und trug deshalb im Spiel immer einen Kniestrumpf, der später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Da er weitere Verletzung, vor allem am Knie fürchtete, verstärkte Sindelar seine charakteristische elegante, körperlose Spielweise, die ihm den Namen „der Papierene“ einbrachte. Mit der Wiener Austria wurde er gegen Ende der Zwischenkriegszeit zwei mal Mitropapokalsieger. Sindelars Karriere endete abrupt mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten am 12. März 1938. Sein mysteriöser Tod durch Kohlenmonoxidvergiftung (offiziell durch defekten Kamin) gibt heute noch Anlass zu zahlreichen spekulationen.

Der jüdische Autor Friedrich Torberg widmete ihm posthum das Gedicht: „Auf den Tod eines Fußballspielers“:

Er war ein Kind aus Favoriten
und hieß Matthias Sindelar.
Er stand auf grünem Platz inmitten,
weil er ein Mittelstürmer war

Er spielte Fußball, und er wußte
vom Leben außerdem nicht viel.
Er lebte, weil er leben mußte
vom Fußballspiel fürs Fußballspiel.

Er spielte Fußball wie kein zweiter,
er stak voll Witz und Phantasie.
Er spielte lässig, leicht und heiter,
er spielte stets, er kämpfte nie.

Er warf den blonden Schopf zur Seite,
ließ seinen Herrgott gütig sein,
und stürmte durch die grüne Weite
und manchmal bis ins Tor hinein.

Es jubelte die Hohe Warte,
der Prater und das Stadion,
wenn er den Gegner lächelnd narrte
und zog ihm flinken Laufs davon.

Bis eines Tages ein andrer Gegner
ihm jählings in die Quere trat,
ein fremd und furchtbar überlegener,
vor dem’s nicht Regel gab noch Rat.

Von einem einzigen harten Tritte
fand sich der Spieler Sindelar
verstoßen aus des Planes Mitte
weil das die neue Ordnung war.

Ein Weilchen stand er noch daneben,
bevor er abging und nachhaus.
Im Fußballspiel, ganz wie im Leben,
war’s mit der Wiener Schule aus.

Er war gewohnt zu kombinieren,
und kombinierte manchen Tag.
Sein Überblick ließ ihn erspüren,
daß seine Chance im Gashahn lag.

Das Tor, durch das er dann geschritten,
lag stumm und dunkel ganz und gar.
Er war ein Kind aus Favoriten
und hieß Mattihas Sindelar.





„Willkommensgruß“ für Strache

23 02 2009

Das Klima auf FPÖ-Wahlveranstaltungen ist oft aufgeheizt. Im Rahmen dessen scheint das eine oder andere Hirn ein bisschen durchzubrennen. Beim Einmarsch von HC Strache auf einem Event in Faistenau/Salzburg wird er von einem seiner Anhänger lautstark mit “Heil Hitler!” begrüßt.

 

Seine Reaktion: keine

Reaktion nach den bisherigen Presseberichten: keine

Zu erwartende Reaktion: lauwarmes “Da-hat-halt-irgendwer-eine-Dummheit-gemacht-Blabla”.

Besagte Dummheit war vor rund 70 Jahren ein Massenphänomen mit letztlich verheerenden Folgen. Vernunftgebagbte Köpfe sollten daraus entsprechende Lehren ziehen können, bei Strache hat es nach Wehrsportphotos, drei Bier und Co. noch nicht einmal zu einer glaubwürdigen Distanzierung gereicht.

 

 





Fußball mit Herz – statt Kommerz !

12 02 2009

GLEICH VORNEWEG: Dieser Beitrag ist für mich in nächster Zeit der letzte zur Fußballthematik

ÖSTERREICH – SCHWEDEN 0:2

„92 Minuten Not gegen Elend“ – so das vernichtende Urteil. Ich werde hier bei der kurz gehaltenen Analyse über das Länderspiel Österreich – Schweden nichts beschönigen. Nach dieser Leistung der Österreichischen Equipe braucht man keine positven Aspekte der Partie hervorheben. Was sich einigen Herren in Rot-Weiß-Rot gegen ebenfalls erschreckend schwache Schweden erlaubten grenzte an Arbeitsverweigerung. Es fehlte über die gesamte Spielzeit hinweg der nötige Biss um das „3-Kronen-Team“ unter Druck zu setzten. Diese Leidenschaft ist eine Frage des Charakters, welche man nicht durch viel Geld erwecken kann. Sicherlich kann es Niederlagen setzen – aber sich mit unbändigen Willen gegen eine solche zu stemmen ist meineserachtens eine Grundvorraussetzung. Hierbei kann man nur an die Vernunft der Beteiligten appellieren damit diese verheerende Entwickung im Sport ein Ende nimmt. Nur so wird sich in unmittelbarer Zukunft der Erfolg wieder einstellen.





Das nächste Spiel ist immer das schwerste !

9 02 2009
Winterpause

Winterpause

Die Rasenheizung der Grazer UPC-Arena schmolz die Schneedecke des Spielfeldes. Die österreichischen Fußballfans erwarten gespannt das freundschafliche Kräftemessen der Nationalmannschaft gegen Schweden. Teamchef Karel Brückner sowie die gesamte Fußballnation hofft auf einen erfolgreichen Start ins neue Fußballjahr.

Die Statistik lässt positive Stimmung verbreiten. Seit 5 Spielen gegen eine schwedische Auswahl ist Österreich ungeschlagen, zu Hause verlor man in der 105-jährigen ÖFB-Geschichte überhaupt noch nicht gegen die Skandinavier. Für den verletzten Christoph Leitgeb nominierte Brückner den Linzer Christoph Saurer nach. Für den Mittelfeldspieler des LASK ist es die erste Berufung ins A-Nationalteam.

Die Schweden treten hingegen stark dezimiert ohne die Stürmerstars Zlatan Ibrahimovic und Altmeister Sir Henrik Larsson an.

Aber alle Statistiken können in 90 Minuten über den Haufen geworfen werden.

Ist nicht die ganze Welt ein Fußball? – Rund und unberechenbar. Und keiner weiß, wie’s ausgeht.





Quo vadis ecclesia catholica ?!?

9 02 2009

Der PapstIn einem Standard-Interview meinte Abt Gregor Henckel – Donnersmarck, Richard Williamson sei ein Terrorist der eine Bombe gelegt hat. „Aber all die, die jetzt den Papst kritisieren, sind in seine Falle gegangen und tun genau das, was Williamson beabsichtigt hat. Er ist ein Zündler und will, dass es brennt,“ so Henckel – Donnersmarck, der sich aber auch gegen eine Exkommunikation aussprach. Währenddessen wurde Williamson als Leiter eines Priesterseminars in Argentinien abgesetzt. Er hat nun Zeit die „historischen Beweise für millionenfachen Mord an Juden“ zu prüfen. Sensationell und Wahnwitzig zugleich.

In Linz darf der vom „‚Unfehlbaren“ eingesetzte Weihbischof Gerhard Maria Wagner werkeln. Jener Wagner der die Diözese Linz mit Aussagen à la.: Homosexualität sei heilbar, etc. spaltet wie kein zweiter je zuvor. Unterstützung bekommt er dabei noch vom oben zitierten Abt Gregor Hencken – Donnersmarck welcher im besagten Interview behauptet, dass sich die katholische Kirche nicht mit medizinischen Problemen beschäftigen sollte.

Langsam bekomme ich Mitleid mit der katholischen Kirche und frage mich ob der Katholizismus noch heilbar ist ?

Quo vadis ecclesia catholica ?








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